Zur Geschichte von Weesow


Die Dorfkirche (erbaut Ende des 14. Jahrhunderts) mit dem Friedhof und dem Denkmal für die Gefallenen beider
Weltkriege; im Hintergrund die ehemalige Schule (mehr Fahrzeuge sind selten an unserer einzigen Kreuzung)

Die erste urkundliche Erwähnung findet Weesow im Jahre 1339 durch den Markgrafen Ludwig den Älteren. Dieser verlieh das Angerdorf "to der Wese" zur Hälfte an den Bernauer Betkin Botel und an den Woltersdorfer Köpkin.

Im Jahre 1450 ließen sich die von Arnims in Weesow nieder. Dieses alte brandenburgische Adelsgeschlecht bestimmte für fast zwei Jahrhunderte die Geschicke Weesows.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Weesow fast vollständig verwüstet. Im Verlaufe dieses Krieges verringerte sich auch die Einwohnerzahl auf wenige Dutzend.

Ruhigere Zeiten erlebte Weesow erst ab dem 18. Jahrhundert. 1735 erwarb der Sohn König Friedrich Wilhelms I.-der spätere König Friedrich II.-genannt der Große-mit 23 Jahren für 52.000 Taler Weesow.  Der Ort wurde dem Domänengut Löhme angegliedert. Weesow verblieb in diesem Gut bis 1872.

Großbrand im Jahre 1857: Es wurden fast alle Häuser vernichtet. Die einfache Bauweise aus Lehmfachwerk mit Stroh- oder Rohrdächern war für die Flammen kein Hindernis.

1927 war das Jahr der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Weesow. Weitere Informationen zur Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Weesow finden Sie auf den Seiten der Weesower Kameraden unter www.feuerehr-weesow.de .


Winterende 2007: Weesow ist kein Fischerdorf; Großeinsatz für die Freiwillige Feuerwehr Weesow

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann das schwärzeste Kapitel der Geschichte Weesows: Die sowjetische Besatzungsmacht in Gestalt des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) richtete hier ein Lager ein. In diesem Lager starben binnen weniger Monate etwa 800 bis 1200 Menschen ehe das Lager im September 1945 in das ehemalige KZ Sachsenhausen verlegt wurde. Die Genossen der SED-Diktatur schwiegen viele Jahrzehnte über das Verbrechen. Erst 1992 wurde durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen mit der Landesregierung, dem Sachsenhausenkommitee und den Angehörigen der Opfer eine würdige Gedenkstätte errichtet.


Gedenkstätte des sowjetischen NKWD-Lagers am nördlichen Ortsrand

Die sozialistische Bodenreform ging auch an Weesow nicht spurlos vorbei: Der Bauer Fritz Thürling wurde enteignet. Die neuen Diktatoren verteilten das Land an landarme Bauern und Umsiedler. In den Jahren 1948 und 1949 entstanden im Osten Weesows neun Neubauerngehöfte.

1964 gründete das Volkseigene Gut Albertshof in Weesow eine Reitsportgemeinschaft mit über vierzig Pferden.

Pferde und Reiterhöfe prägen noch heute das Bild Weesows. Die Pferdehaltung ist neben der Ackerwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Weesow. Nach der Wiedervereinigung haben sich in Weesow auch mehrere Handwerksbetriebe angesiedelt. Näheres erfahren Sie im Register "Unternehmen". 

Das Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends ist geprägt von den Vorbereitungen zum Ausbau der Gehwege und Straßenbeleuchtungen sowie des Generationenplatzes am Feuerwehrdepot. Ortsbeirat und Freiwillige Feuerwehr bemühen sich zusammen mit möglichst vielen Einwohnern und Gewerbetreibenden um die Wiederbelebung des dörflichen Gemeinschaftslebens. Bauernrallye, Halloweenfest und der geplante Generationenplatz sind nur einige Beispiele dafür.


Weesow im Winter: Hier kann man auch Skilanglauf betreiben; Loipen sind leider nicht vorhanden